Behandlungsablauf und Vorteile

Ablauf einer Behandlung

Patientinnen und Patienten melden sich aufgrund einer akuten Erkrankung auf der Notfallstation des Spitals Zollikerberg oder werden zugewiesen.

Auf der Notfallstation findet eine umfassende Diagnostik statt. Liegt eine Akutspitalbedürftigkeit vor und sind die Voraussetzungen erfüllt, kann im Einverständnis mit den Angehörigen der Patientin oder des Patienten «Visit – Spital Zollikerberg Zuhause» als Alternative zu einer herkömmlichen Hospitalisation angeboten werden. Akutspitalbedürftig sind plötzlich auftretende und heftig verlaufende Gesundheitsstörungen, die meist von kürzerer Dauer sind und eine kurzfristige, intensive ärztliche oder pflegerische Betreuung erfordern. 

Regelmässige ärztliche und pflegerische Visiten
Regelmässige ärztliche und pflegerische Visiten
Telemedizinische Überwachung
Telemedizinische Überwachung
Zusammenarbeit mit vor-/nachbehandelnden Teams
Zusammenarbeit mit vor-/nachbehandelnden Teams
Blutentnahmen, EKG und Ultraschall im privaten Umfeld
Blutentnahmen, EKG und Ultraschall im privaten Umfeld

Die Erreichbarkeit des Behandlungsteams und die telemedizinische Überwachung der wichtigsten Körperfunktionen sind rund um die Uhr gewährleistet.

Vorteile einer Visit-Behandlung

Eine Behandlung zu Hause hat gegenüber einer Hospitalisation folgende Vorteile:

  • Sicherheit und bessere Genesung im gewohnten Umfeld
  • Stärkung der Mitverantwortung für den Genesungsprozess
  • Vermindertes Auftreten von akuer Verwirrtheit (Delir)
  • Reduktion von spitalerworbenen Infektionen (nosokomiale Infekte)
  • Reduktion des Sturzrisikos
  • Förderung der Mobilität
  • Reduktion der Mehrfachmedikation (Polypharmazie)

Für wen eignet sich eine Visit-Behandlung?

Eine medizinische Behandlung zu Hause eignet sich in folgenden Fällen (Voraussetzungen):

  • Die Patientin, der Patient und ihre, seine Angehörigen möchten die Behandlung zu Hause erhalten
  • Die Patientin, der Patient ist nicht alleinstehend
  • Die Patientin, der Patient wohnt im Umkreis von 5 km des Spitals Zollikerberg
  • Es liegt eine akute Erkrankung vor, die im herkömmlichen Sinn eine Hospitalisation erfordern würde
  • Die Patientin, der Patient möchte verstärkt Verantwortung für den Genesungsverlauf übernehmen
  • Die Behandlung kann für das vorliegende Krankheitsbild im privaten Umfeld sicher angeboten werden

Häufig gestellte Fragen

 

Ganz neu ist das Konzept nicht. In mehreren Ländern (u.a. USA, Israel, UK, Australien, Frankreich, Italien, Niederlande) stellt das Angebot «Hospital@home» (HAH oder «home hospital») bereits heute eine wichtige ergänzende Behandlungsmöglichkeit dar. Dabei wird, genau wie bei «Visit – Spital Zollikerberg Zuhause», eine umfassende ärztliche und pflegerische Betreuung im häuslichen Umfeld gewährleistet. Die Visit-Behandlung entspricht einer stationären Behandlung in einem Spital und wird durch modernste Kommunikations- und Monitoring-Technologien unterstützt.

In der Schweiz ist dieser Behandlungsansatz für Erkrankungen, die in einem Spital behandelt werden sollten, neu. Jedoch wird das Konzept der Behandlung zu Hause in der Psychiatrie und in der Rehabilitation bereits erfolgreich umgesetzt. Dabei können die Patientinnen und Patienten in ihrem gewohnten Umfeld bleiben, was die Genesung unterstützt und vorantreibt.

Bei einer akuten Erkrankung kommt die Patientin oder der Patient ins Spital, entweder, weil sie oder er sich selbst meldet oder weil sie oder er von der Hausärztin oder vom Hausarzt zugewiesen wurde. Anschliessend wird abgeklärt, welches Krankheitsbild vorliegt und ob eine Behandlung zu Hause infrage käme. Falls die Sicherheit gewährleistet ist, werden der Patientin oder dem Patienten alle Vor- und Nachteile dieses Behandlungsmodells vorgestellt. Die Patientin oder der Patient kann frei entscheiden, ob sie oder er sich in den eigenen vier Wänden behandeln lassen will oder einen Spitalaufenthalt bevorzugt. Bei der Betreuung zu Hause wird, wie auch bei der herkömmlichen Behandlung im Spital, auf einen engen Austausch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt wie auch mit weiteren Betreuerinnen und Betreuern wie zum Beispiel Spitex-Organisationen geachtet.

Bei Behandlungsende erhält die Patientin oder der Patient ebenso wie bei einem herkömmlichen Spitalaustritt alle notwendigen Dokumente wie z. B. die Dosierungskarte, Rezepte, sowie eine Spitex- und/oder Physiotherapieverordnung.

Therapie und Therapiedauer richten sich nach dem Krankheitsbild und entsprechen den Leitlinien des Spitals. Die Behandlung erfolgt anschliessend vollständig zu Hause, wobei Montag bis Samstag Visiten von erfahrenen Ärztinnen und/oder Ärzten des Spitals Zollikerberg und zwei bis drei tägliche Visiten durch Pflegefachpersonen des Spitals durchgeführt werden. Am Sonntag erfolgt keine ärztliche Visite, hingegen eine Pflegevisite. Die Pflegefachperson bespricht aber mögliche Probleme mit der Ärztin oder dem Arzt. Die Dokumentation erfolgt wie gewohnt im Klinikinformationssystem des Spitals.

Nach Bedarf können auch Visiten durch Therapeutinnen und Therapeuten sowie durch die Seelsorge stattfinden. Die Mitarbeitenden der Sozialberatung des Spitals Zollikerberg können telefonisch erreicht werden. Ebenso können Freiwillige für Hilfeleistungen unterstützend beigezogen werden. Die Patientinnen und Patienten werden rund um die Uhr mittels eines Pflasters auf der Brustwand überwacht. Diese Daten werden gesichert an das Behandlungsteam weitergeleitet. Sollte sich der Zustand der Patientin oder des Patienten so verschlechtern, dass die Sicherheit im häuslichen Umfeld nicht mehr gewährleistet ist, kann sie oder er jederzeit ins Spital Zollikerberg zur weiteren Behandlung verlegt werden.

Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt ist eine qualifizierte Ärztin oder ein qualifizierter Arzt des Spitals Zollikerberg. Mehrmals pro Woche finden ausserdem Visiten mit der Kaderärztin oder dem Kaderarzt statt.  

Die Angehörigen der Patientinnen und Patienten müssen keine Pflegetätigkeiten übernehmen. Sie können sich aber jederzeit an uns wenden und die Kommunikation mit dem Behandlungsteam unterstützen.

Beim Informationsgespräch im Spital werden der Patientin oder dem Patienten die Vor- und Nachteile des Behandlungsmodells «Visit – Spital Zollikerberg Zuhause» aufgezeigt, und es wird auch mit ihren Angehörigen geklärt, ob diese bereit sind und sich imstande und sicher fühlen, dieses Vorgehen zu unterstützen. Die Angehörigen sollten bei Notfällen das Spital umgehend kontaktieren, sollte es der Patientin oder dem Patienten nicht selber möglich sein.

Das Behandlungskonzept «Visit – Spital Zollikerberg Zuhause» ist für zeitlich begrenzte Behandlungen analog zur Hospitalisation vorgesehen. Nach der Behandlung wird die Patientin oder der Patient wie gewohnt von der Hausärztin oder vom Hausarzt weiterbetreut.

Die Behandlung zu Hause kann jederzeit abgebrochen werden, falls sich die Patientin oder der Patient unwohl fühlt oder es medizinisch notwendig wird. In diesem Falle kann die Patientin oder der Patient im Spital Zollikerberg hospitalisiert werden.

Für das innovative Behandlungsangebot «Visit» hat das Spital Zollikerberg mit verschiedenen Krankenkassen Verträge abgeschlossen. Patientinnen und Patienten, die bei einer Krankenkasse ohne Vertrag für das Angebot versichert sind, werden von der Stiftung Diakoniewerk Neumünster – Schweizerische Pflegerinnenschule unterstützt. So entstehen für Sie als Patientin oder Patient keine Mehrkosten im Vergleich zu einer herkömmlichen Behandlung im Spital.

Bei nicht vorhersehbaren lebensbedrohlichen Notfällen wird umgehend die Ambulanz respektive die Notfallärztin oder der Notfallarzt aufgeboten. Für alle Anliegen ist eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des Behandlungsteams rund um die Uhr erreichbar. So natürlich auch im Notfall.

Visit – Spital Zollikerberg Zuhause
Spital Zollikerberg
Trichtenhauserstrasse 20
8125 Zollikerberg

T +41 44 397 21 11
E-Mail info@visit-spitalzollikerberg.ch